Erfolgreiche Demonstration

Das Ordnungsamt in Coburg hat ähnlich wie bei der Demonstration gegen den Coburger Convent zu Pfingsten durch schikanöse Auflagen mal wieder die Demonstrationsfreiheit eingeschränkt. So wurde der Anfangspunkt der Demonstration am Spitaltor verboten und auf den Schlossplatz verlegt. Auch wurde das seitliche Mitführen von Transparenten untersagt. Besonders skandalös dabei ist, dass wir genau das Recht erst zuletzt vor einer Demonstration Ende Mai erfolgreich durchklagten dies aufgrund fehlender finanzieller Mittel dieses Mal allerdings nicht möglich war. So mussten die Seitentransparente diesen Samstag von der Demo fern bleiben. Vor der Demonstration selbst wurden massive Vorkontrollen am Bahnhof von der bayrischen Aufstandsbekämpfungseinheit USK durchgeführt. Mangels Gegenständen, die den DemonstrationsteilnehmerInnen abgezogen werden konnten, wurden schnell aus Batterien Wurfgeschosse und aus Halsketten Waffen. Bei dieser Aktionen würde, unter anderem, ein Transparent beschädigt.

Die Demonstration startete bei leichten Nieselregen am Schlossplatz. Davor wurde nochmal in einem Redebeitrag über den Verlag informiert. Die dunkelbunte Demo, unter Beteiligung vieler autonomer AntifaschistInnen, der Apfelfront sowie Einzelpersonen des Coburger Parteienspektrums, (trotz vorheriger Hetzte gegen AntifaschistInnen (vgl NP-Artikel: „Kein Bündnis mit Extremisten“) , setzte sich entschlossen und lautstark in Bewegung. Die ersten Reihen waren in Ketten zusammengeschlossen und das kleinstädtische Idyll wurde von Parolen untermalt. Am Ort der Zwischenkundgebung angekommen wurden weitere Redebeiträge über den bürgerlichen (Anti-)Faschismus gehalten; dieses Thema ist in Coburg sehr brisant, da bundesweit wohl einzigartig eine von den Jusos veranstaltete Demonstration gegen den Nation Europa Verlag aufgrund der Anwesenheit von „zu vielen“ AntifaschistInnen kurzerhand abgesagt wurde (vgl. Presse). Vor dem in der Bahnhofsstraße 25 ansässigen Verlag wurde es nochmal richtig laut. Die USKler schützten das Verlagsgebäude und die Stimmung wurde unter anderen durch einen Böllerwurf noch einmal richtig angeheizt.  Die noch immer im Regen laufende Demonstration gelangte durch die Innenstadt zum Ort der Abschlusskundgebung auf den Marktplatz. Dort eingetroffen wurde noch einmal durch Redebeiträge auf den Verlag und auf den veralltaglichten Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft eingegangen.

In der Nähe der Abschlusskundgebung schließlich hielt sich noch der ehemalige Coburger Nazi-Kader Peter Schreiber auf. Dieser war Sprecher der rechtsextremen Coburger Runde und Redakteur der „Nation&Europa er begleitete auch Peter Dehoust bei dessen Volksverhetzungsprozess im April diesen Jahres.

Insgesamt lief die Demonstration reibungslos ab, es kam zu keinen Fest- und Gewahrsamnahmen, auf die Provokation durch das Spalier und die Allgegenwart des USK wurde nicht eingegangen und trotzdem lautstark demonstriert.

Wir wollen uns nochmals bei allen DemonstrationsteilnehmerInnen bedanken, die trotz des beschissenen Wetters den Weg auf die Straße gefunden haben um so entschlossen und kraftvoll gegen den Faschismus zu demonstrieren.

Wir haben uns auch sehr darüber gefreut, mit vielen AktivistInnen noch am Abend zusammen feiern zu können.