Archiv für Januar 2010

Razzien in Dresden&Berlin – unser Widerstand ist nicht kriminell

Am Dienstagnachmittag stürmten Polizeikräfte mit Durchsuchungsbefehl des Dresdner Amtsgericht mehrere Räumlichkeiten, darunter die sächsische Landeszentrale der Partei „Die Linke“ in Dresden und der antifaschistische Info-Laden „redstuff“ in Berlin. Dort wurden neben Plakaten und Flugblättern, die zur Blockade der angemeldeten Nazidemonstration aufrufen, auch Privatcomputer beschlagnahmt. Begründet wurde das polizeiliche Vorgehen mit dem angeblich strafbaren Aufruf nach §111 StGB zur Sprengung einer Versammlung. Die Polizei kündigt zusätzlich weitere repressive Maßnahmen gegen die „Wahlfabrik“ der LINKEN an.

Der von rechten Organisationen und bekennenden Nationalsozialisten jährlich veranstaltete Aufmarsch gilt seit einigen Jahren als zentrales Moment der europäischen Naziszene. Dieses Jahr kündigt das eigens gegründete Bündnis „No Pasaran“ jedoch an, die Demonstration verhindern zu wollen. Nie wieder wolle man „den AnhängerInnen des verbrecherischen Nazi-Regimes unsere Städte überlassen“, so der Aufruf des Bündnisses. Bereits 300 Organisationen und Gruppen aus verschiedensten Spektren sowie über 1100 Einzelpersonen unterstützen den Aufruf mit ihrem Namen.

Auch wir, CArA, haben uns der Mobilisierung gegen den in Deutschland wohl größten Naziaufmarsch, angeschlossen. Wir befürworten den breiten Widerstand gegen dieses Nazievent und unterstützen natürlich auch den Blockadeaufruf. Es kann nicht sein, dass wieder tausende dieser bekennenden Faschisten durch die Straßen ziehen wollen, und der Widerstand, dessen Fehlen im Dritten Reich Mord und Totschlag zur Folge hatte, heute wieder von staatlicher Seite kriminalisiert wird. Dieser Angriff auf antifaschistische Strukturen ist ebenso ein Angriff auf die demokratischen und rechtsstaatlichen Grundwerte unserer Gesellschaft, und ein beispielloser Akt der Bekämpfung der eigenen Basis durch staatliche Institutionen zur Kriminalisierung antifaschistischen Engagements.

Deshalb werden wir alles tun, um die von der polizeilichen Verfolgung Betroffenen zu unterstützen. Es muss klargestellt werden, dass sich Staatsanwaltschaft und Polizei derartige Aktionen nicht leisten können.

Am 13. Februar wollen wir den Aufmarsch blockieren und wenn möglich verhindern.

Wir werden uns von der Repression nicht einschüchtern lassen!

Lasst euch nicht auf die Kriminalisierung der Protestform ein und beteiligt euch an den Blockaden in Dresden!

Damit sich jede_r sicher und kostengünstig nach Dresden hin und zurückbegeben kann, werden wir eine Fahrzentrale aufbauen. Also solltet ihr nach Dresden fahren wollen, schreibt uns eine Mail an cara-info@safe-mail.net, mit der Anzahl der Personen und ob ihr ein Auto zur Verfügung habt.

Dresden, Nazis und die Antifa. – Überall Extremisten!?

KillIn Dresden jährt sich am 13. Februar die Bombardierung durch die gegen Nazideutschland verbündeten Streitkräfte des Zweiten Weltkrieges. Dieses Jahr besteht die Hoffnung, dass der zu diesem Anlass seit vielen Jahren stattfindende und zuletzt größte Naziaufmarsch Deutschlands nicht stattfinden wird.

Das Gedenken bürgerlicher Gruppen am Jahrestag der verheerendsten der Bombardierungen deutscher Ziele hat bereits Tradition. Während das linke Lager in der Vergangenheit meist darauf bedacht war, den kriegerischen Angriff in einen Kontext zu stellen, der nicht außer Acht ließ, dass Deutschland und das konstruierte Deutsche Volk mit seiner Aggression und menschenverachtenden Ideologie die unantastbare Schuld für die Eskalation zum Zweiten Weltkrieg trug, bemüht sich die bürgerliche Rechte stets darum, das Gedenken „unpolitisch“ zu gestalten. Dadurch wird natürlich der Umstand geschaffen, dass das historische Ereignis des Angriffes auf eine kriegsführende und kriegswollende Zivilgesellschaft als rein menschliche Tragödie der Bombenopfer betrachtet wird.

Gedenken heute

In der neu angebrochenen Ära der staatlich forcierten und von der bürgerlichen Rechten getragenen „Extremismus“-Bekämpfung (mehr…)

Antifasching | Solikonzert 20.2.2010

Infos zu den Bands @ Myspace:
Evenworse
Renitenz
Contienda Libertad
My own Demise

12&13.02 Dresden

Aufruf des NoPasaran-Bündnisses:
Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!
Am Ort der Geschichte

Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren!
In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.
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venceremos- Aufruf

KEINE VERSÖHNUNG MIT DEUTSCHLAND!
DEUTSCHE TÄTER_INNEN SIND KEINE OPFER. GEGEN JEDEN GESCHICHTSREVISIONISMUS.

Aufruf gegen Gedenken und Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden

Das Dresden-Gedenken scheint wichtig, so wichtig, dass die neue sächsische Staatsregierung eigens für den bevorstehenden 65. Jahrestag das Versammlungsrecht noch schnell erheblich einschränken will. Schließlich ruinieren »Extremisten« schon seit Jahren die Gedenkstimmung rund um den 13. Februar und gefährden Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Unterdessen versucht eine Handvoll Dresdner Kultur- und Kirchenprominenz ein weiteres Denkmal zur Erinnerung an die Bombardierung und das Wiedererstehen der Stadt zu erstreiten. Zwar wurde erst 2009 eine neue Erinnerungsstelle in der Altstadt eingeweiht, aber Mahnmale für Dresden kann es in Dresden nicht genug geben. Mit kaum verhohlener revanchistischer Rhetorik wird das Denkmal in der Sächsischen Zeitung beworben; es zeigt einen »gestürzte[n] Mensch[en], der sich aufbäumt, ein Gefallener, der aus eigener Kraft aufersteht. So wie die Dresdner, so wie ihre Stadt.« Die Oberbürgermeisterin bemüht sich derweil, eine dem Jahrestag angemessene Gedenkatmosphäre zu schaffen – laute Musik oder Demonstrationen sind dabei sehr hinderlich, denn das erwünschte Gedenken soll als unpolitischer und damit unhinterfragbarer Akt wahrgenommen werden. Mit Hilfe einer Menschenkette um die historische Altstadt soll ein »Zeichen gegen Extremismus« gesetzt und gleichzeitig der Zerstörung der Stadt gedacht werden. Business as usual in Dresden.
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also, auf nach Dresden!
12. Februar 2010, 18 Uhr, Jorge-Gomondai-Platz
DEMONSTRATION GEGEN DEUTSCHE OPFERMYTHEN
13. Februar 2010
AKTIONEN GEGEN GEDENKEN UND NAZIS