Archiv für Juli 2011

UPDATE: Heß-Symphatisant_Innen zu den Fischen!

Also, die Nazis treffen sich ab 11 Uhr an der Straße „Am Bahnhof“ (nähe Busbahnhof). Ob sie dann nur eine Kundgebung abhalten oder doch durch die Stadt marschieren wollen, ist noch unklar, laut FNS ist aber eine Demo angemeldet. Bezüge zu dem exhuminierten Heß dürfen laut Auflagen nicht hergestellt werden(-> verbietet das StGB sowieso).
Das bürgerliche Bündnis Wunsiedels ruft dazu auf, sich an verschieden Aktivitäten zu beteiligen. Es soll sowohl einen Gottesdienst als auch Mahnwachen für die Opfer von Oslo geben. Ob man damit ein klares Zeichen des Antifaschismus setzt, bleibt weiterhin fragwürdig.
Deshalb umso dringender: Nach Wunsiedel kommen!
Heß-Gedenken ins Meer kippen!

Heß-Symphatisant_Innen zu den Fischen!

Hier die aktuellen Infos zu Samstag:
Die Neonazis haben ab 11 Uhr eine Demo angemeldet, Treffpunkt ist in der „Wunsiedeler Innenstadt“, genaueres wollen sie wohl nicht verraten. Aber Wunsiedel ist übersichtlich!
Geplante Gegenaktionen sind aktuell nicht bekannt, aber es lohnt sich, zu kommen.
Und die Neonazis?
… müssen wohl in Zukunft im Atlantik schwimmen, um an Heß zu erinnern(vorrausgesetzt, sie können alle schwimmen)!

Deutsche Täter_Innen sind keine Opfer!

Am kommenden Samstag wollen wieder einmal Neonazis eine Demonstration in Wunsiedel durchführen. Grund dafür ist die geplante Verbrennung von Rudolf Heß, bei der anschließend seine Asche im Meer verstreut werden soll. Wieder einmal wollen die Faschist_Innen sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen durch Wunsiedel zu marschieren und einem Kriegsverbrecher, welcher von Anfang an einen Angriffskrieg und damit den Bruch des Versailler Vertrages befürwortete, zu gedenken. Heß beteiligte sich ebenfalls am versuchten Hitlerputsch, für den er gemeinsam mit Hitler einsaß. Heß war ein Mann, der eine Mitschuld an der Massenhaften Ermordung von 6 Millionen Menschen trägt.

Er wird immer wieder als „Friedensflieger“ bezeichnet. Dabei waren seine Bemühungen Frieden mit Großbritannien zu schließen auch nur der verzweifelte Versuch, den von ihm gewollten Krieg vielleicht doch noch für sich zu entscheiden. Heß war kein Befürworter des Friedens. Er wollte lediglich einen Zweifrontenkrieg verhindern, da dieser von ihm als „selbstmörderisch für die weiße Rasse“ angesehen wurde.

Seit 1987 fanden jährlich so genannte „Rudolf-Heß-Gedenkmärsche“ in der fränkischen Stadt Wunsiedel statt. Diese Demonstrationen wurden von 1991 bis 2000 Verboten. Ab 2001 durften die Faschist_Innen ihre Propaganda wieder dort auf die Straßen tragen. Diese Veranstaltung entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Neonazi-Events in Deutschland. Bis 2005, als das Strafgesetzbuch dahingehend geändert wurde, dass nun auch die Billigung, Rechtfertigung oder Verherrlichung der nationalsozialistischen Herrschaft verbot. Nun wollen die Rechten die Gelegenheit nutzen wieder ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten und erneut in Wunsiedel zu Marschieren. Hier wird versucht einen Kriegsverbrecher, der für einen der schrecklichsten Kriege, den die Welt je gesehen hat, mitverantwortlich ist, als Held und als Opfer darzustellen. Er trägt deshalb eine Mitschuld an der strukturellen Ermordung von 6 Millionen Menschen.

Deshalb kommt am Samstag ALLE nach Wunsiedel, zeigt den Neonazis, dass dort für sie kein Platz ist. Weder in Wunsiedel noch sonst wo!

Kein Vergeben, kein Vergessen!
Geschichtsrevisionistische Trauermärsche in den Atlantik!
-> weitere Infos folgen baldmöglichst!

Gegen den Rassismus der Heimat und seine Schützer_innen! Gegenkundgebung zum Anti-Minerett-Aktionstag der NPD

Nach letzten Infos der Stadt und anderen widerlichen Gebilden steht fest was und wo genau am Samstag von Seiten der Nazis und dem Widerstand läuft.
So hat die NPD ihre Kundgebung Victoriastraße Ecke kleine Judengasse von 10-13Uhr angemeldet.

Noch kurz zu den Hintergründen:
Seit 2 Jahren ist die NPD in Coburg nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Dafür formierte sich in der Zeitspanne der Fränkische Heimatschutz um den bekennenden NeoNazi Mario Kraußer neu, und bloggt fleißig gegen alles was nicht deutsch oder faschistoid genug ist. Hier geht es, wie man es von Provinznazis gewöhnt ist, um altbekannte Nazikampagnen, wie Todesstrafe für Kinderschänder, antisemitische Hetzte gegen Israel und seine Freund_innen, und noch ganz viel rassistischem Stumpfsinn. Die neuste Scheißkampagne der NPD gegen Minarettbau, die mittels der Diskussion über Gebetsturmbauten versucht ihren Rassismus in den gesellschaftlichen Konsens, von einer scheinbar schützenswerten deutschen Kultur, zu stampfen, darf hier natürlich auch nicht fehlen. Seit dem die Coburger Moschee vorhat diese um ein Minarett zu erweitern, sieht es der Heimatschutz als seine namensgebende Aufgabe an, dies zu verhindern und hetzt nicht nur offen, sondern mobilisiert auch aktiv zur Kundgebung der NPD.

Aber nicht nur die außerparlamentarische Rechte des Heimatschutzes und die teilsparlamentarische Rechte der NPD, sondern auch die mehrheitsparlamentarische Rechte der CSU und ihren Jugendverbänden denken, dass ihre deutsche Kultur durch ein Minarettbau in Gefahr gerät. So hält CSU-Stadtrat Hans-Herbert Hartan, ein einfaches Erlauben des Baus für „schon fast skandalös“ (Coburger Tageblatt ), JU-Vorsitzender Kurth Knoch und SU-Vorsitzender Maximilian Forkel haben laut einer PM Angst, ihre christilich-abendländische Kultur durch einen Anbau an einer Moschee Schritt für Schritt aufzugeben zu Müssen, sie geben sich als tolerante Minarett-Gegner, die Religionfreiheit nur ohne Minarette akzeptiert. „Minarette sind jedoch nicht Voraussetzung zur Ausleben(sic!) des Glaubens.“ (PM JU&SU)

Von Vertreter_innen des bürgerlichen Lagers von Gewerkschaft über Partei bis religiöser Gemeinschaft findet ein buntes Fest statt, um bei Musik, Bratwurst und Reden zu zeigen, dass auch Muslim_innen in ihre bürgerlich-tolerante-Gemeinschaft passen. Dass Nazis das nicht tun, wird wohl auch zur Sprache gebracht werden, ihre rassistische Propaganda will man ihnen trotzdem nicht nehmen. Wir freuen uns zwar, dass viele Gruppen und Menschen zusammenkommen, aber dieses Fest reiht sich ein, in ein modern gewordenes Bunt-Spektakel, bei denen jegliche Kritik zu Gunsten des Konsens „Heimatstadt ist bunt“ fernbleiben muss. Eine effektive Störung ist hierbei unerwünscht. Man soll für sich sein Fest feiern, die Nazis halt ihrs. Hier geht es darum, eine Gegenposition, die keine ist, auf Symbolischer Ebene festzuhalten, um ein Stadtbild nicht durch unbeliebte NeoNazis zu gefährden. Ein Bild zeichnen, dass Coburg eben bunt wäre – tolerant und ohne jede Form des Rassismus, um ja keine Investor_innen oder Touris zu verschrecken. Dass der Rassismus ein in Coburg verankertes Problem jenseits einer Toleranzsparte der Coburger_innen ist, wird hierbei wissentlich ausgespart. Im Alltag, hat man in Coburg anscheinend auch kein Problem mit Nazis, denn sie prägen das Stadtbild mit, obwohl sie sich mittlerweile ihren Faschismus auf den Rücken schreiben. So werden sie überall Herzlich Willkommen geheißen und genießen die Coburger Gastfreundschaft bei echten Deutschen. In Coburg setzt man sich nicht mit der tiefbraunen Gegenwart und nur ungern mit der NS-Vergangenheit auseinander, obwohl beide offensichtlich sind.

Nazis sind in Coburg kein neues Problem und werden auch nach dieser Kundgebung sich nicht wieder in ihre Erdlöcher verkriechen. Rassismus lässt sich eben nicht nur auf NPD und den Fränkischen Heimatschutz begrenzen, sondern kommt aus der Mitte der Gesellschaft, in der er auch strukturell verankert ist. Deshalb ist es notwendig permanent antifaschistisch gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus einzutreten. Dies heißt auch, nicht tatenlos zuzusehen, sondern gegen Nazis aktiv zu werden.
Deshalb werden wir von einer separaten Kundgebung aus die rassistischen Bemühungen der NPD und deren Kamerad_innen effektiv stören, denn wir werden es nicht zulassen, dass sie sich ohne Widerstand, zeigen, äußern und ausbreiten können.

Gegen eine rassistische Hetzte kann nur ein effektiver Widerstand helfen und dieser ist konsequent antifaschistisch auch jenseits angemeldeter Kundgebungen.


Für ein Zeichen des Antifaschismus:

Kundgebung: Sa, 16.Juli 2011; 10 Uhr; Ernstplatz Coburg

Gegen den Rassismus der Heimat und seine Schützer_innen!

Bündnistreffen

Wir möchten gerade im Zusammenhang mit dem „Anti-Minarett-Aktionstag“ darauf hinweisen, dass es in Coburg ein Bündnis gegen Rechts gibt. In diesem Bündnis sind Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Parteien, soziale Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände, Gruppen und zahlreiche Einzelpersonen vertreten. Wer Interesse an einer Beteiligung in diesem Bündnis hat, kann einfach mal an „cara-info (at) riseup.net“ schreiben, um weitere Infos zu erfahren. Wir freuen uns auf eine Beteiligung, denn je mehr Stimmen gegen Neo-Nazis und deren braunem Umfeld entstehen, desto eher werden deren Stimmen nicht gehört.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!
NPD und Sympathisant_Innen aus Coburg vertreiben!
Kein Fußbreit den Faschisten!