Archiv für November 2011

Fränkischer Heimatschutz Coburg – wohl doch mehr, als „nur“ ein Infoportal!

In den letzten Tagen überschlagen sich die Meldungen über die Neonazi-Gruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) welche für mehrere Morde an Migranten und einer Polizistin verantwortlich ist. Die Gruppe stammt aus dem rechtsradikalen Thüringer Heimatschutz.

Der vor allem in Coburg aktive Fränkische Heimatschutz ist das Pendant dazu und wurde erstmals in den 90er Jahren von Mitgliedern des Thüringer Heimatschutzes ins Leben gerufen. Einer dieser Gründer war Tino Brandt, ein V-Mann des Verfassungsschutzes, der auch Kontakt zu der Terrorgruppe NSU hatte. Brandt arbeitete damals in dem rechtsradikalen Verlag Nation & Europa, ebenso wie Mario Kraußer, der auch damals schon aktiv am Aufbau des„Heimatschutzbundes“ mitwirkte. Dieser löste sich wieder auf, nachdem herauskam, dass Tino Brandt auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes stand. Vor etwa einem Jahr gründete Mario Kraußer, der offensichtlich Kontakte zur rechtsradikalen Szene in Thüringen, wenn nicht sogar zu den Attentätern der NSU, hatte und immer noch hat, den Fränkischen Heimatschutz erneut. Kraußer will den Heimatschutz als legitimes und demokratisches Infoportal in der Coburger Öffentlichkeit etablieren. Wirft mensch jedoch mal einen Blick hinter die Fassade, wird das menschenverachtende Weltbild der „Heimatschützer_Innern“ sichtbar. In einem Artikel distanziert sich der FHS scheinheilig von rechtem Terror, während in einem 3 Tage älteren Artikel noch ein Lied der Band „Gigi & die braunen Stadtmusikanten“ verlinkt ist. In einem ihrer Lieder wird die Mordserie der NSU auch noch verherrlicht! In dem Lied „Döner Killer“ (erschienen in dem Album „Adolf Hitler lebt!“) heißt es „Am Dönerstand herrschen Angst und Schrecken. Kommt er vorbei, müssen sie verrecken“ oder „er kommt gerne spontan zu Besuch, am Dönerstand, denn neun sind nicht genug“. Anscheinend steht der Fränkische Heimatschutz den Morden der NSU doch nicht so ablehnend gegenüber. Der FHS tritt auch gehäuft auf einschlägigen Demonstrationen auf, zuletzt am 13.11 in Wunsiedel. Die vom rechtsradikalen und extrem gewaltbereiten Freien Netz Süd organisierte Demonstration diente wieder einmal dazu, die Geschichte zu verdrehen und deutsche Täter_Innen als Opfer darzustellen. Auch auf Coburgs Straßen nimmt die Präsenz des FHS zu. Immer häufiger kann mensch die Faschist_Innen dort mit ihren T-Shirts sehen. Immer häufiger bekommt mensch mit, wie in aller Öffentlichkeit der Hitlergruß, von den Trägern eben dieser T-Shirts, gezeigt wird, und immer häufiger kommt es zu Gewalt(androhungen) gegen alternative oder „fremd“ wirkende Jugendliche. Der Fränkische Heimatschutz ist längst kein harmloses Infoportal mehr, wie von einigen Politiker_Innen noch vor wenigen Wochen angenommen wurde, er ist eine Neonazikameradschaft, die versucht sich immer weiter in Coburg breit zu machen.

Augen auf! Kein Raum für Nazis!
Fight back!