Archiv für Dezember 2011

Volker – einfach unverbesserlich!

In dem sogenannten, vermeintlichen Artikel „Front gegen lokale Neonazis“, der vergangenen Montag in der Neuen Presse erschienen ist, beweist Volker Friedrich wieder einmal, dass eine sachliche und objektive Berichterstattung mit ihm wohl nicht möglich ist. Vielmehr stand seine Meinung zu der Demonstration am Samstag wohl vorher schon fest. Der Artikel versucht, antifaschistisch engagierte Strukturen, durch bewusste Fehlinformationen und (rechts-)populistische Hetze zu delegitimieren.
An der Demonstration nahmen, entgegen der Berichterstattung, auch ältere Menschen teil, wie auch auf den Bildern, die auf der Homepage der Neuen Presse zu sehen sind, erkennbar ist. Der Vorwurf, die Coburger Bevölkerung sei mit der Versammlung nicht erreicht worden, ist ebenfalls nicht haltbar. Es haben sich sehr wohl Bürger_Innen spontan dazu entschlossen, an der Demo teilzunehmen. Volker war allerdings nur damit beschäftigt den vorderen Teil der Demonstration zu beobachten, vermutlich in der Hoffnung, dass die vermeintlich gewaltbereiten Demoteilnehmer_Innen Molotowcocktails o.ä. werfen.
Die Vorwürfe die Versammlung sei nur friedlich gewesen, weil keine „Demo-Touristen der Autonomen Szene“ vor Ort waren ist schlichtweg lächerlich. Mit dem Schlagwort „Autonome“ wird immer fälschlicherweise eine Gewaltbereitschaft in Verbindung gebracht, welche so nicht gegeben ist. Wozu muss dies überhaupt erwähnt werden? Ist es nicht erfreulich, dass die Demonstration friedlich geblieben ist? Mit Sicherheit gibt es dafür Gründe, z.B. dass die Mobilisierung sehr lokal ausfiel, immer wieder ein gewaltfreies Handeln deklariert worden ist oder das Verhalten der Bullen, die an diesem Tag sehr ruhig auftraten und Verständnis für das Anliegen der Demonstrant_Innen zeigten. Hier von einem „massiven Polizeiaufgebot“ zu sprechen, stellt die Geschehnisse des letzten Wochenendes völlig falsch dar.
Die Demonstration mit den Gegenprotesten zum CC in ein Verhältnis zu setzen ist abwegig. Letzten Samstag ging es darum eine Kritik gegen lokale Neonazistrukturen auf die Straße zu bringen und in die Coburger Bevölkerung zu tragen. Die Gegenproteste zum CC sollen zum einen natürlich auch eine Kritik vermitteln, zum anderen soll dieser Protest auch von den Burschis wahrgenommen werden. In den letzten beiden Jahren, kam es an den Demonstrationen gegen CC auch nicht zu „Randalen“ am Rande, ebenso wenig wurden diese Demonstrationen von CArA organisiert, worauf du bereits mehrmals von uns hingewiesen wurdest.
Weder CArA noch die Linke haben diese Demonstration angeführt. Der Protest wurde vom Bündnis gegen Rechts geplant und auch von diesem durchgeführt. CArA wollte sich also nicht hinter der Linken verstecken, sondern bewusst nicht alleine auftreten, da am Bündnis gegen Rechts ebenfalls Parteien – wie die SPD oder die Grünen – sowie Gewerkschaften und Kirchen beteiligt sind. Die Veranstaltung war also nicht nur von CArA und der Linken organisiert, sondern vom ganzen Bündnis gegen Rechts. Zu behaupten, dass die Partei „Die Linke“ sich dem „Erbe von Cara[sic!]“ angenommen habe, ist aus den Fingern gesaugt. CArA ist eine parteiunabhängige Gruppe die unter anderem mit der Linken zusammenarbeitet.
Anstatt darüber zu berichten, dass eine friedliche Demonstration in Coburg, welche durchaus auch Anklang in der Coburger Bevölkerung fand, wird weiter Protest gegen Neonazis in Coburg diffamiert und ganz klarer Rechtspopulismus zugunsten des „Fränkischen Heimatschutz“ betrieben. Wir würden es in Zukunft vorziehen, wenn ein anderer, bzw. überhaupt ein Journalist, Veranstaltungen von uns oder Veranstaltungen an denen wir mitgearbeitet haben begleitet, da wir nicht davon ausgehen können, dass Volker sich irgendwann „bessern“ wird.
Dein ewig nervendes CArA!

Augen auf – Kein Raum für Nazis!

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In den letzten Wochen rücken rechtsradikale Übergriffe und Anschläge immer mehr in den Fokus von Medien, Politik und Öffentlichkeit. Nachdem über Jahre hinweg Tatsachen verschwiegen oder relativiert wurden, herrscht nun, nach Bekanntwerden der Mordserie der NSU, Entsetzen in der Bevölkerung. Doch die Mordserie der NSU ist nur die Spitze des Eisbergs.

In Deutschland gibt es eine extrem gewaltbereite Neonaziszene, die in der Vergangenheit sehr unterschätzt wurde. Im Gegenzug wurden antifaschistischer Protest, wie die Aktionen gegen Europas größten Neonaziaufmarsch in Dresden, kriminalisiert. Gelder für die Arbeit gegen Rechtsradikalismus oder für Opferberatungsstellen wurden gekürzt, um diese dann für Projekte gegen vermeintliche Linksextremisten einzusetzen. Dabei wurden Menschen, die sich jahrelang gegen Rassismus und Faschismus ausgesprochen haben kriminalisiert und auf die gleiche Ebene wie Menschen, die die industrielle Ermordung von 6 Millionen Menschen befürworten und auch heute nicht vor Mord zurückschrecken, gestellt.

Nun rückt die Aufmerksamkeit wieder auf die Gewalt von Rechts. Täglich bringen die Ermittlungen gegen die NSU neue schockierende Informationen ans Licht.13 Jahre lang, konnte eine Gruppe von Neonazis in Deutschland Menschen aufgrund ihrer Herkunft töten, ohne dabei erwischt zu werden. Doch die 10 Morde der NSU sind nicht die einzigen tödlichen Folgen rechter Gewalt in Deutschland. In den Vergangenen 2 Jahrzehnten wurden in Deutschland 148 Menschen von Neonazis ermordet. Im Durchschnitt fallen in Deutschland jeden Tag 2 Menschen rechter Gewalt zum Opfer.

Erst vor wenigen Tagen wurden in Dortmund erneut 2 Jugendliche von Faschist_Innen überfallen. Besonders brisant hierbei, der Mörder von Schmuddel, einem Dortmunder Punk, war auch an dem Angriff beteiligt. Schmuddel wurde 2005 von Sven Kahlin erstochen, nachdem dieser von Schmuddel wegen seinen rassistischen Pöbeleien zur Rede gestellt wurde.Dortmund macht durch seine Gewaltbereite Neonaziszene immer wieder auf sich Aufmerksam. Die Stadt sieht jedoch keinen Grund zu handeln, und kriminalisiert lieber den notwendigen antifaschistischen Protest wie am sogenannten „nationalen Antikriegstag“.

In Bayern kommt es vermehrt zu Demonstrationen von Seiten der Neonazis. Fast schon regelmäßig organisiert das „Freie Netz Süd“ Versammlungen im fränkischen Wunsiedel. Selten kommt es hierbei zu nennenswerten Gegenprotesten, während die Faschist_Innen mit teilweise über 300 Teilnehmer_Innen anreisen.

Aber auch in unserem Direkten Umfeld lassen sich solche Kameradschaften finde. Sonneberg ist seit Jahren für seine Neonazis bekannt. Hier finden fast jedes Wochenende Übergriffe auf alternative Jugendliche, Migrant_Innen oder willkürlich ausgewählte Personen statt. Und auch hier sieht der Stadtrat keinen Handlungsbedarf. Das Problem wird einfach unter den Teppich gekehrt und konsequent ignoriert, während die Polizei politisch motivierte Straftaten nicht als solche wertet. Viele Städte haben Angst als „Nazihochburgen“ zu gelten und verschließen deshalb ihre Augen vor rechter Gewalt.

Doch durch ein solches Handeln können Neonazistrukturen erst entstehen. Auch auf Coburgs Straßen trifft mensch immer häufiger auf Neonazis. Übergriffe in Coburg nehmen stark zu. Stadtbekannte Neonazis drohen mit Sätzen wie „ich hol´gleich den Heimatschutz“ wenn mensch sie auf ihr T-Shirt anspricht. Vor einigen Wochen wurde ein Jugendlicher,vor einer Kneipe, welche für ihr Klientel bekannt ist, krankenhausreif geschlagen. Zu viele Menschen sehen einfach weg, wenn sich auf Coburgs Straßen wieder mit gehobenem Arm und „Sieg Heil Rufen“ gegrüßt wird.

Gerade aus der Coburger Vergangenheit heraus, dürfen solche Zustände nicht einfach ignoriert werden. Wir müssen unsere Augen aufmachen und uns gemeinsam gegen rechte Übergriffe stellen. Die Gefahr, die von rechts ausgeht, wurde lange genug unterschätzt. Neonaziübergriffe dürfen nicht weiter verharmlost oder gar ignoriert werden.

Augen auf! Kein Raum für Nazis!

Demo: 17.12., 13.00 Uhr Bhfs-Vorplatz