Archiv für Mai 2012

Heraus gegen den CC!

Kommendes Wochenende ist es soweit. Der Coburger Convent besetzt wieder einmal die Stadt und Burschis zusammen mit Bullen und Neonazis werden wohl das Stadtbild prägen. Wir werden uns dieses Jahr wieder aktiv an den Protesten gegen den CC beteiligen. Nach der Hetze, die in den letzten Monaten gegen uns gerichtet wurde und in dem Ausschluss aus dem örtlichen Jugendzentrum gipfelte, wollen wir wieder in die Öffentlichkeit treten! Den Versuch der Coburger Politik, in Person eines Herrn Hartan oder Herrn Amend, sowie der Coburger Tageszeitungen, speziell der Neuen Presse, eine antifaschistische Gruppierung in Coburg zu zerschlagen oder ihr zumindest zu schaden, werden wir nicht weiter hinnehmen. Doch die Schikanen der letzten Wochen und Monate gingen nicht nur von Politik und Medien aus, auch die Bullen haben ihr Bestes gegeben, um uns zu kriminalisieren und einzuschüchtern. Vor etwa einen Monat gab es, wie schon letztes Jahr vor dem CC, zwei Hausdurchsuchungen. Die Cops sind sichtlich nervös, nachdem sie scheinbar noch keine näheren Informationen haben und auch die Staatssicherheit ;-) schiebt wohl momentan die eine oder andere Überstunde. Doch wir werden uns von all dem nicht klein kriegen lassen. Unsere Solidarität gegen ihre Repression. Antifaschismus ist DIE Lösung, für Coburg und überall.

Das Pfingstwochenende zieht immer auch Neonazis an. Mit dem Aktionsbündnis Nordfranken, welches sich aus den Nationalen Sozialisten Coburg/Lichtenfels heraus gegründet hat, und dem Fränkischen Heimatschutz sind gleich zwei Neonazikameradschaften in Coburg aktiv und werden dieses Wochenende wohl noch präsenter auf Coburgs Straßen sein als sonst. Zwar lassen sich nicht alle Burschenschaften mit Neonazis gleichsetzen. Nazional-Chauvinismus, Revanchismus, Deutschtümelei und Sexismus lässt sich aber dem CC sehr wohl vorwerfen! Dass Vertreter – in diesem Fall ja ausschließlich männliche – dieser Ideologien Anklang bei Neonazis finden, erklärt sich von selbst. Ebenso ist der Grat zwischen Deutschtümelei und Rassismus ein sehr schmaler. Wenn dann, deutsche Täter_innen in Form eines Heldengedenkens zu Opfern verklärt werden und ein paar Stunden später auf der ehemaligen SA-Route ein Fackelmarsch, mit anschließender symbolischer Bücherverbrennung auf dem Markt durchgeführt wird, ruft das natürlich Neonazis auf den Plan!

Der CC gibt sich zwar unpolitisch, dass er das nicht ist, zeigt sich aber immer wieder. So auch in der Rede zum Heldengedenken im letzten Jahr. In der unter anderem auch die Politik dazu aufgefordert wurde, hart und entschlossen zu bleiben. Auch eine Mitgliedschaft in der NPD wird nicht als unvereinbar mit einer Mitgliedschaft im CC gesehen. Autoren von ultrarechten Internetplattformen wie der „Blauen Narzisse“ oder der „Jungen Freiheit“, die ein Bindeglied zwischen Konservativen und Ultrarechten darstellen, wurden schon zu Vorträgen geladen. Immer wieder gibt der CC vor, im 3. Reich in den Nationalsozialistischen Deutschen Studenten Bund – kurz NSDStB – gezwungen worden zu sein. Dies mag zwar zum Teil stimmen, jedoch nicht, weil die Korporierten gegen die Ideologien des Nationalsozialismus, sondern weil sie gegen eine Gleichstellung des Verbindungswesens waren. Also hatte der CC schon damals kein Problem mit Antisemitismus und Rassismus. Im Gegenteil, noch 100 Jahre zuvor haben Verbindungen, die sich später im CC zusammenschlossen, „undeutsche“ Literatur auf dem Wartburgfest verbrannt. Die Geschichte von studentischen Verbindungen ist immer wieder von Antisemitismen sowie Rassismen geprägt. In dieser Tradition steht auch der CC!

In den letzten Jahren waren die Gegenproteste vor allem geprägt von einer schlechten – auch schlecht recherchierenden – Presse, ständiger Repression, sowie dauerhafter Überwachung „linksaussehender“ Personen am Pfingstwochenende. Dies wird sich wohl auch dieses Jahr nicht ändern. Vor allem die Bullen werden wohl über das ganze Wochenende wieder in der Stadt sein und Coburg wird kurzerhand zur „Gefahrenzone“ erklärt, was ständige Personenkontrollen und Durchsuchungen rechtfertigen soll. Während auf der einen Seite ein Edding schon als Bedrohung der öffentlichen Sicherheit gewertet wird, können sich die Burschis scheinbar alles erlauben. Weder Cops und Staatsschutz noch sonstige „Ordnungshüter_innen“ sehen wir als Freund & Helfer. Wir wissen, dass mit euch keine gemeinsame Sache zu machen ist und ihr nicht, wie teilweise behauptet, zu unserem Schutz da seid, sondern einzig und alleine zur Repression! Wir werden uns all diese Schikanen nicht mehr gefallen lassen und Wege und Mittel finden um sie zu umgehen.
Doch nicht alles war schlecht in den vergangenen Jahren. Der Protest gegen die Korporierten konnte trotz aller Versuche nicht verhindert werden und war auch für die Burschis wahrnehmbar. Vor allem an den Protesten gegen den Fackelmarsch beteiligten sich mehr Menschen, die dann auch lautstark den widerlichen Aufmarsch der selbsternannten Elite begleiteten. Die Demonstration am Samstag schaffte es auch noch einmal, eine Kritik in die Coburger Öffentlichkeit zu tragen und im Anschluss wurde noch dem einen oder anderen Burschi ins Bier gespuckt!

Und auch dieses Jahr heißt es wieder heraus gegen den CC!

Kein Fußbreit, den reaktionären Verbindungen!
Völkische Ideologien angreifen!
Studentische Verbindungen auflösen!


Weiter Infos zu den Gegenprotesten sowie weitere lesenswerte Artikel findet ihr unter:

http://coburgerconvent.blogsport.de